Donnerstag, 5. Juli 2012

Wie man Blattläuse bekämpft


Die Violas wurden vorsorglich komplett aus dem Pflanztopf genommen

Irgendwie hatte ich gehofft, dass meine Pflanzen von Blattläusen verschont bleiben. Das war auch so bis Ende Juni. Davor hatten es nur wenige, mutige Blattläuse gewagt, auf meine Rosen zu klettern. Die Eindringlinge konnte ich aber leicht mit einem Holzstäbchen von den Blüten streichen. Mehr als rund 20 Blattläuse verteilt auf drei Blüten waren es nicht.

Sämtliche Pflanzen in den Pflanzringen schienen auch immun zu sein, was Blattläuse anging. Das ist aber auch nur fair, denn die haben mit den niemals satt werdenden Schnecken genug zu tun.

Als ich am Wochenende überprüfen wollte, ob ich meine Rosen in den Pflanztöpfen gießen muss, und deshalb die Violas etwas zur Seite schob, traute ich meinen Augen nicht:

Denn irgendwie bewegte sich die Erde.


Also schaute ich genauer hin und erkannte, dass sich nicht die Erde bewegte, sondern unzählige Blattläuse auf ihr wuselten. Und auf meinen wundervollen Violas erkannte ich mit Schrecken, dass diese komplett mit Blattläusen befallen waren. Jedoch nur ganz unten an den Pflanzen. Also so, dass man die Blattläuse gar nicht sehen konnte, wenn man normal von oben drauf guckte. Ganz schön gerissen, diese Viecher!

Unzählige Blattläuse wuselten auf dem Erdreich
Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig als die beiden Violas komplett aus dem Pflanztopf von Claude Monet zu reißen. Mir war das Risiko einfach zu groß, dass Claude Monet oder eine der anderen Rosen bzw. deren Begleiter auch von Blattläusen überrannt werden.

Dass man nicht immer zu so einer Radikallösung greifen muss wie ich es getan habe, ist klar. Es gibt Mittel und Wege, Blattläuse loszuwerden bzw. zu dezimieren, ohne dass man gleich die ganze Pflanze entsorgen muss.

Die Blattläuse hielten sich nur unten an den Violas auf
Brennesselwasser
Das kenne ich noch von meiner Oma. Sie hat ca. ein Kilo Brennessel in gut fünf Liter Wasser eingeweicht. Das mindestens einen Tag lang. Die daraus entstandene Brühe hat sie dann auf die betroffenen Pflanzen gespritzt.

Seifenwasser
In ungefähr zwei Liter Wasser werden 100 Gramm Kernseife aufgelöst. Dazu gibt man noch 150 Milliliter Spiritus. Beim Spritzen dieser Lösung ist unbedingt darauf zu achten, dass das Erdreich abgedeckt wird. Ebenfalls sollte der Gartenfreund nur die Unterseite der Blätter bespritzen.
Bei großem Befall hilft ein Abstreifen der Läuse nicht mehr

Abspritzen und abstreifen
Bei geringem Befall kann man auch mit einem starken Wasserstrahl die Läuse beseitigen. Oder man macht es wie ich und benutzt ein kleines Hölzchen, um die Läuse von den Pflanzen abzustreifen.

Tabakwasser
Einfach Tabak in Wasser geben und kochen, bis ein Sud entsteht. Aus der kalten Brühe die Tabakreste filtern und das Tabalwasser auf die befallenen Pflanzen spritzen.

Neem-Präparate
Neem ist ein natürliches Produkt und wird aus dem Neembaum und dessen Samen hergestellt. Daher kann es bedenkenlos eingesetzt werden. Je nach Zusammensetzung bekämpfen die Präparate auch andere Schädlinge. Bei Blattläusen sollte die Neem-Lösung einen Ölanteil beinhalten.

Insektizide
Natürlich gibt es jede Menge chemische Mittel gegen Blattläuse. Hier sollte man sich im Vorfeld in einer Gärtnerei gut beraten lassen, bevor man sie unachtsam und eventuell auch unnötig einsetzt.
Plötzlich waren auch die Rosen befallen


Update: Da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Meine Abwesenheit von wenigen Tagen haben die Blattläuse genutzt, um meine Rosen komplett zu befallen, was man auf dem Bild rechts gut erkennen kann. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, weil es vorher gar keine Anzeichen dafür gab.

Da der Befall so heftig war, bringen die oben genannten "natürlichen" Mittel nichts mehr. Daher habe ich zu einem Präparat aus dem Handel greifen müssen: Naturen Schädlingsfrei.

Das Mittel wird auch im ökologischen Landbau verwendet und beinhaltet kein Gift.

Nach dem ersten Spritzen meiner Rosen muss ich feststellen: Es wirkt sehr schnell! Meine Rosen sind nun wieder blattlausfrei.















Kommentare:

  1. auch ich hatte mit blattläusen zu kämpfen, wie man hier: http://mrscolumboislonely.blogspot.co.at/2012/06/himmel-nochmal.html gut sehen kann. erst dachte ich, die hautschonende spülmittellösung würde nicht helfen, aber nach ein paar anwendungen konnte man sehen, dass die läuse regelrecht eintrockneten. das abstreifen wende ich auch erstmal an, allerdings mit den fingern, sprich ich zerquetsche sie, denn wenn man sie nur mit einem hölzchen abstreift, leben sie ja unter den pflanzen munter weiter. wenn's zu viele sind, graust aber sogar mir davor und ich sprühe sie ab ;)
    interessanterweise hat mein salat heuer keine läuse abbekommen, vielleicht schmeckt er sogar denen zu bitter, ich muss ihn vor dem essen wässern, um etwas von den bitterstoffen wegzuschwemmen.
    lg, susi

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    1. Hallo Susi,

      ich habe von einer Seifenlösung abgesehen, weil ich befürchte, dass davon zu viel in den Pflanztöpfen der Rosen sickert, auch wenn ich den Boden abdecke.

      Also nach dem Rosenbefall würde ich auch nicht mit meinen Fingern die Läuse zerquetschen. Das sind dann doch zu viele ;)

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  2. Das beste Mittel gegen Blattläuse ist warten. Wenn Du wartest stellen sich irgendwann Marienkäferlarven, Schwebfligen und andere Läusevernichter ein. Wenn Du aber spritzt, vernichtest Du auch die Nützlinge.

    lg kathrin

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    1. Pinkhammer13:10

      Hi,

      ich stimme dir zu, biologischer Pflanzenschutz mit Nützlingen ist sehr viel effektiver als chemische Spritzerei! Gegen Blattläuse kannst du dir Nützlinge bei Neudorff oder im Fachhandel bestellen und zuschicken lassen, falls keine in deinem Garten zur Bekämpfung von Schädlingen vorhanden sind. Gegen Blattläuse helfen Florfliegen und Gallmücken.

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    2. Hallo Kathrin, hallo Pinkhammer,

      also zu Gift mag ich auch nicht greifen. Siehe Update.

      Aber ich glaube nicht, dass hier Nützlinge von selbst kommen. Liegt vielleicht daran, dass es ein Balkon ist. Wie schon mal geschrieben: Selbst Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind hier bis auf wenige Einzelfälle nicht zu sehen. Da befürchte ich, dass auch keine Schwebfliegen und Co mir zur Hilfe eilen werden. ;)

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  3. Bei mir treten Blattläuse meist in Verbindung mit Ameisen auf, die sie regelrecht züchten. Da hilft verdünntes Öl. Die befallenen Stellen damit bestäuben. Mehr nicht. Die Blattläuse verschwinden und die Ameisen verlieren das Interesse.

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    1. Hallo Nervenruh,

      Ameisen gibt es (zum Glück) keine auf meinem Balkon. Daher fällt das Problem bei mir schon mal weg. :)

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  4. Ich hatte eher bis Mai, Juni sehr viele, besonders an den Rosen.
    Im Handel habe ich mir ein "Ja Natürlich" Mittel gekauft, das stark nach Schmierseife riecht, allerdings hatte ich mit Schmierseifenlösung nie soviel Erfolg wie mit diesem Mittel.
    LG von Luna
    PS: Und jetzt habe ich plötzlich urviele Marienkäfer im Garten.

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    1. Hallo Luna,

      wie du meinem Update entnehmen kannst, mussten nun auch meine Rosen plötzlich dran glauben. Ich habe auch ein natürliches Mittel geholt, was wirklich sehr sehr gut geholfen hat. Innerhalb von einem Tag waren die Läuse weg. Und es waren wirklich sehr viele! Jede Knospe war komplett voll.

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