Freitag, 13. Juli 2012

Pflanztöpfe und Gefäße für Balkon, Terrasse und Garten


Auch unterschiedliche Materialien lassen sich miteinander kombinieren

Wie heißt es so schön: Jeder Topf findet seinen Deckel. Auf Balkonen und Terrassen heißt es wohl treffender: Jede Pflanze findet ihr Gefäß.

Obwohl ich für meinen Rosenbalkon  nur vier große Pflanzgefäße eingeplant hatte, sind es mittlerweile sieben weitere geworden. Dabei sind sie alle ziemlich unterschiedlich, was Form, Material und Größe angeht. Denn letztendlich nimmt man das, was einem gefällt und irgendwie zueinander oder ins Schema passt.

Ich persönlich mag gerne umfunktionierte Behältnisse. Dazu zählen beispielsweise alte Kannen, Fässer oder Futtertröge. Ich selbst habe mittlerweile sehr viele alte Schmalz- und Steintöpfe.

Was jedoch bei vielen Gefäßen nicht bedacht wird: Nicht jedes eignet sich für die Pflanze. Das beste Beispiel sind meine Rosen. Denn diese würden sich nicht in niedrigen Pflanztöpfen wohlfühlen.


Links: Alte Schmalztöpfe
Bei den umfunktionierten Gefäßen sollte der Hobbygärtner darauf achten, dass Abzugslöcher gebohrt werden. Diese sorgen dafür, dass die Pflanzen nicht im Gießwasser ertrinken. Um Staunässe zu vermeiden, ist eine Dränage sehr hilfreich: Einfach ein Drittel des Gefäßes mit Blähton, Kies oder Tonscherben füllen und darauf ein wasserdurchlässiges Gartenvlies legen. Darauf kommen dann die Pflanzen und die Erde.

Bei der Auswahl von Pflanzgefäßen ist auch das Material ein wichtiger Faktor. Je nach dem, wo die Gefäße stehen, kann es sehr ungeeignet sein. Dazu kommt noch, dass das Material auch Einfluss auf die Pflanzen hat.

Gefäße aus Kunststoff
Hohe Töpfe für die Rosen
Meine Pflanztöpfe, in denen die Rosen stecken, sind aus Kunststoff. Der Vorteil bei Kunststoffgefäßen liegt auf der Hand: Sie sind sehr leicht. Aber der Vorteil kann auch schnell zum Nachteil werden. Denn an windigen Tagen kippen die Leichtgewichte schnell mal um. Pflanzen in Kunststoffgefäßen müssen weniger gegossen werden, da keine Verdunstung durch das Material entsteht. Kunststoff kann sich bei starker Sonneneinstrahlung sehr stark erhitzen – insbesondere, wenn er eine dunkle Farbe hat. Das kann dann zu Wurzelverbrennungen führen. Dem kann man entgegenwirken, indem man auch Hängepflanzen in das Gefäß setzt, deren Laub für Schatten auf der Kunststoffoberfläche sorgt. Kunststoffgefäße sind je nach Kunststoffart bedingt frostfest.

Gefäße aus Ton/Terrakotta
Glasierter Tontopf
Bei diesen Gefäßen muss man öfter gießen, weil das Wasser auch durch die Gefäßwände verdunstet. Dadurch entstehen außen an den Töpfen die bekannten, weißen Kalkablagerungen. Die kann man mit Essigwasser und einem Schwamm aber leicht beseitigen. Eine Verdunstung entsteht nicht, wenn die Gefäße eine Glasur haben. Vor dem Bepflanzen sollte das Gefäß durchdringend benässt werden, weil das Material dem Wurzelballen zu viel Wasser entzieht. Vom Gewicht her sind die Gefäße natürlich schwerer als die aus Plastik, was sie standsicherer macht. Ist der Ton mehrfach gebrannt und feinporig, ist das Gefäß auch winterfest. Das Pflanzsubstrat kühlt und trocknet allerdings schnell aus.


Gefäße aus Holz
Bildhübsches Metallgefäß
Diese haben den Vorteil, dass man sie leicht streichen kann. Wer also darauf achtet, dass Blüten- und Gefäßfarbe zueinander passen, sollte zu Holzgefäßen greifen. Denn so kann man jedes Jahr den Kübel schnell umstreichen, wenn man andere Pflanzen reinsetzt.. Außerdem isoliert das Holz sehr gut gegen Hitze und Kälte. Holzgefäße sind bedingt winterfest. Zu beachten ist, dass man sie mit einer Folie auslegen sollte, bevor man sie bepflanzt. Dabei nicht vergessen, dass die Folie mit Abzugslöchern versehen wird. Ein kleiner, negativer Aspekt ist, dass Holz sehr anfällig für Verwitterung und Feuchtigkeit ist. Wer gerne werkelt, kann mit ein paar Handgriffen auch Holzgefäße selber bauen.

Gefäße aus Metall
Umfunktionierter Steintopf
Metallgefäße sind beispielsweise aus Zinn, Kupfer oder Zink. Bei verzinkten Behältnissen kann es dazu kommen, dass das Material Schadstoffe an die Erde abgibt und die Pflanzen schädigt. Am besten ist es, wenn man Metallgefäße nur als Übertöpfe verwendet. Ein weiteres Problem ist die Rostanfälligkeit. Wer die Metallbehältnisse dennoch direkt bepflanzen möchte, sollte sie mit einer Folie auskleiden. Metallgefäße sind frostfest, haben aber auch den großen Nachteil, dass sie sich sehr stark erhitzen. So kann es zu Wurzelverbrennungen kommen. Schattenspendende Hängepflanzen minimieren das Verbrennungsrisiko etwas.

Gefäße aus Beton
Betongefäße sind sehr schwer. Daher werden sie auch nicht oft bewegt und eigenen sich dadurch für eine Dauerbepflanzung. Dies können zum Beispiel Gehölze sein. Diese Gefäße sind sehr robust und absolut hitze- und frostsicher.


Was für Gefäße und Töpfe nutzt ihr? Und wo? Habt ihr auch umfunktionierte Behältnisse? Welche Pflanzgefäße sind eure Favoriten bzw. eure Lieblingsstücke?

Kommentare:

  1. Ich habe Töpfe aus allen Materialien. Auch umfunktionierte Gebrauchsgegenstände. Das gefällt mir gut. Mir gefallen auch die Verwitterungsspuren. Das wichtigste sind wirklich die Abzugslöcher.
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      Verwitterungsspuren finde ich eigentlich auch sehr schön. Aber bei mir auf dem Balkon würden sie irgendwie ein heruntergekommenes Bild abgeben, wie ich finde.

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  2. Meine Töpfe sind eigentlich alle aus Ton, ein paar wenige aus Plastik. Bei Pflanzen, die länger in einem Gefäß verweilen sollen, wähle ich immer einen Tontopf, denn meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Topf aus einem Naturmaterial viel Fehler verzeiht.

    lg kathrin

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    1. Hallo Kathrin,

      ich denke auch, dass unter dem Strich der Tontopf eine sehr gute Wahl ist. Letztendlich ist natürlich der Standortfaktor stets zu beachten. Das gilt für alle Materialien.

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