Freitag, 25. Mai 2012

Richtiges Gießen am Beispiel von Rosen


Wer richtig gießt, hat wesentlich mehr von seinen Pflanzen

Ich kann man noch gut daran erinnern, dass ich als Kind immer zusammen mit meiner Oma auf den Friedhof musste. Dort bestand meine Aufgabe darin, gefühlte 1000 Gießkannen Wasser anzuschleppen. Oh, wie habe ich es gehasst!

Aber nun sieht die Sache mit dem Wasserschleppen doch anders aus. Denn es sind schließlich meine Blumen auf der Terrasse und dem Balkon. Und der Weg von der „Wasserquelle“ zu den Pflanzen ist auch nicht so weit wie damals auf dem Friedhof.

Für die Lebewesen dieser Welt ist Wasser ein unverzichtbares Gut. Das gilt natürlich auch für Pflanzen. Am Beispiel von Rosen – von denen habe ich vier – möchte ich das richtige Wässern von Pflanzen etwas näher 
erläutern.


Standort und Boden
Je nach Standort und Bodenverhältnissen sollte die Wässerung angepasst werden. Denn klar ist: Stehen Rosen an einer Hauswand oder unter einem Vordach, bekommen sie weniger Wasser ab als wenn sie komplett dem Regen ausgesetzt sind.

Auch der Boden ist ein Faktor, der beachtet werden muss. Sandige Böden speichern das Wasser schlechter als erdige, schwere Böden. Bei heißer Witterung müssen bei den sandigen Böden die Rosen einmal pro Woche gegossen werden. Im Gegensatz brauchen Rosen auf schweren Böden selbst bei längeren Hitzeperioden alle zwei Wochen einen Gießeinsatz.

Ältere Rosenstöcke auf gutem, tiefgründigem Erdreich versorgen sich in den meisten Fällen selbst mit Wasser.


Wann und wie gießen
Meine Rosen stehen komplett im Trockenen
Da Rosen Tiefwurzler sind, zapfen sie Wasservorräte tief unten im Erdreich an. Dennoch gilt die Regel: Ist die Erde in den oberen zehn Zentimetern trocken, sollte gegossen werden. Dabei ist zu beachten, dass man eher seltener, dafür aber reichhaltig und intensiv gießt. Denn sonst bleibt das Wasser im oberen Bereich der Erde „stecken“ und kommt gar nicht zu den Wurzeln.

Bei größeren Rosenbeeten ist es ratsam, den aufgedrehten Gartenschlauch bis zu 30 Minuten in das Beet zu legen.


Tipp: Wer ein Rosenbeet neu anpflanzt und eher einen leichteren Boden vor Ort hat, kann mit einem einfachen Kniff für eine optimale Bewässerung sorgen. Dabei muss einfach ein etwa 50 Zentimeter langes Rohr mit einem Durchmesser von rund fünf Zentimeter mit zu den Rosen senkrecht eingegraben werden. Beim Gießen schüttet man nun einfach das Wasser oben ins Rohr. Ohne Verlust in den oberen Erdschichten kommt es direkt unten bei den Wurzeln der Rosen an. So spart man nicht nur jede Menge Wasser, sondern gewährleistet auch, dass die Rosen gut versorgt sind.


Die Blütenbildung benötigt viel Wasser
Tipp: Die beste Zeit zum Gießen ist übrigens der Morgen. Denn dann können eventuell nass gewordene Blätter im Tagesverlauf wieder trocknen. Man sollte jedoch stets vermeiden, beim Wässern das Rosenlaub nass zu machen. Denn damit fördert man Rosenkrankheiten wie Rosenmehltau und Sternrußtau.


Wässern und düngen
Was oft nicht beachtet wird, ist die fehlende oder nicht ausreichende Wässserung bei einer Düngung. Wer seine Rosen düngt und nicht oft und gleichmäßig gießt, schadet den Pflanzen damit. Denn durch zu wenig Wasser löst sich der Dünger nicht auf. Die Folge: Die Nährstoffe gelangen nicht zu den Wurzeln. Noch fataler ist es, wenn sich der Dünger dann erst im Spätsommer durch höhere Niederschläge oder durch intensives Gießen auflöst, und die Rose dann erst die Nährstoffe aufnimmt. Dadurch wird die Holzreife der Rose behindert, was sie sehr frostanfällig macht.


Mittel gegen Wasserverdunstung
Steine auf der Erde verhindern eine höhere Verdunstung
Damit die oberen Erdschichten nicht zu sehr austrocknen, bietet sich beispielsweise Rindenmulch an. Darüber hinaus fördert Mulch auch die Bodenqualität und ist gleichzeitig Nahrung für nützliche Mikroorganismen.

Wer nicht mulchen mag, kann beispielsweise auch bei Pflanztöpfen Kleine Steine nehmen, um das Austrocknen der Erde einzudämmen.


Meine Rose und Pflanzen
Und wie sieht es bei mir aus? Da meine Rosen alle in Pflanztöpfen stehen, die ich so gestellt habe, dass sie keinen Regen abbekommen (so vermeide ich hoffentlich etliche Rosenkrankheiten), muss ich regelmäßig gießen. Hier funktioniert die 10-Zentimeter-Probe, die ich oben geschildert habe, extrem gut. Dass das Wasser komplett bis ganz unten in die Pflanztöpfe sickert, erkenne ich daran, dass es durch die gebohrten Abflusslöcher nach dem Gießen – teils aber auch ein bis zwei Tage später (warum auch immer?)  –  raus rinnt.

Meine übrigen Pflanzen in den Pflanzringen sind dagegen komplett dem Regen ausgesetzt. Dennoch musste ich diese schon mehrmals gießen. Auch dies mache ich so wie bei den Rosen: Ich überprüfe, ob die Erde in den oberen zehn Zentimetern zu trocken ist und gieße dann ordentlich viel, damit das Wasser auch bis in tiefere Regionen der Erde vordringen kann.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für den interessanten Post...achja....die Friedhof-Giesskannenschlepperei kommt mir bekannt vor :-)

    Schöne Pfingsten wünscht
    dir Eva

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    1. Hallo Eva,

      ich denke, das mit dem Wasserschleppen musste jeder mal machen. ;)

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  2. Wie unterschiedlich doch Erinnerungen sind, ich habe die Fredhofsbesuche mit meiner Oma geliebt :) Gut, danach ging es eigentlich auch immer in die Eisdiele, das könnte motivierend gewesen sein ;)
    Wie man richtig gießt weiß ich leider nur in der Theorie, ich habe irgendwie immer das Bedürfnis meine Pflanzen zu ertränken... aber irgendwann lern ich das noch...

    LG

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    1. Guten Tag, Balkontagebuch,

      das mit der Eisdiele war auch bei mir so. Aber Eis gab es auch ohne Friedhofsbesuch. Daher war es nicht wirklich motivierend, wenn es danach ein Eis gab ;)

      Gießen ist echt eine Sache für sich. Ich merke ja bei den Rosen in den Pflanztöpfen, dass es weit unten im Topf sehr feucht ist, aber oben trocken ohne Ende. Aber so lange es immer schön durch die Abflusslöcher rausfließen kann, kann ich die Pflanzen nicht ertränken.

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  3. Da härtest du deine Pflanzen ja sehr gut ab, wenn du sie nicht zu oft gießt, auch wenn es vllt. noch ein bißchen zu viel ist ;-)
    Die Fingerprobe finde ich auch am besten. Deine Rosen sehen sehr gesund aus.

    Auf dem Bauerngartenbeet, was ich betreue, habe ich heute entdeckt, daß die Rose dort aufgeblüht ist. Herrlich!!!!
    Ich glaube, es ist eine Rose de recht. Sie duftet seeehr gut. Ich habe ihr Blüten geklaut, um mal ein Rosenblütengelee auszuprobieren.
    LG Anke

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    1. Hi Anke,

      ich denke, die Abhärtung ist gar nicht mal so eine schlechte Sache. Schnell ist man mal für ein Wochenende weg, und wenn die Pflanzen es gewohnt sind, stets jeden Tag oder jeden zweiten Tag Wasser zu bekommen, dann hat man ein Problem.

      Meine Rosen sehen im Moment wirklich gut aus. Das muss selbst ich nun mal zugeben. :)

      Bin mal gespannt, wie dein Gelee wird. Bei mir blüht noch keine Rose, was sich aber bald ändern wird. Wenn denn keine Katastrophe vorher passiert.

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  4. Ich gieße die Rosen, die im Boden sitzen auch selten, dafür dann aber lange. Die Pflanzen in Töpfen brauchen täglich ihr Wasser, wenn es warm und sonnig ist. Die Beete habe ich alle gemulcht, das sieht schöner aus und hält den Boden länger feucht. Wir haben sehr lehmigen Boden, den mögen die Rosen scheinbar sehr, denn sie wachsen und blühen wie wild.
    Deine Rosen sehen schon sehr schön aus!
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      das ist alles sehr vorbildlich, wie du das machst. :)

      Also bei mir ist es eher umgekehrt: Die Rosen in den Pflanztöpfen brauchen kaum Wasser. Liegt vielleicht auch daran, dass ich unten in den Gefäßen Blähton drin habe, der das Wasser speichert. Die Pflanzen in den Pflanzringen dagegen, obwohl sie alle Regen abbekommen, brauchen öfters mal Wasser. Aber auch hier gehe ich sehr dosiert vor.

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  5. Jaja, das richtige Gießen will gelernt sein, aber entweder gieße ich zu viel oder zu wenig, manchmal erwische ich auch ein gutes Mittelmaß. Im Moment regnet es so viel, dass ich mir die Schlepperei erspare.

    Schön, dass ich Dich dazu motivieren konnte Gemüsepflanzen anzubauen - bin schon gespannt wie sie wachsen und gedeihen.

    lg kathrin

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    1. Huhu Kathrin,

      also viel Regen ist bei mir in der Gegend gerade nicht. Aber wie in meinem Text erwähnt, gieße ich ausgiebig, aber dafür selten. Das scheint zumindest bei meinen Pflanzen ganz gut zu klappen.

      Bei dem Gemüse muss ich aber öfters mal was nachschütten, denn das braucht anscheinend immer was mehr als die anderen Pflanzen.

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  6. *hihi* ... bei der Friedhofsgeschichte musste ich wirklich grinsen!

    Der Tipp mit dem Rohr ist für mich gerade Gold wert, da ich mit mit meinen Rosen ja (leider!) im SOMMER umziehen muss ... *schluchzzz*. Hoffe sehr, das sie mir verzeihen, wenn sie das Neuland erst einmal gesehen haben ... :)))

    PS: Ich warte bei kleinen "Bodenstickseln" - die, die sich zeigen, obwohl ich nix gesäät habe - meistens ... und sobald ich absehen kann das es nicht ist entferne ich.

    Alles Liebe,
    Petra

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    1. Hallo Petra,

      mein Vater hat das übrigens auch immer gehasst. Der hat das aber natürlich schon wesentlich länger mitmachen müssen. Als ich dann groß genug war zum Wasserschleppen, hab ich ihn quasi ersetzt. ;)

      Dann wünsche ich dir und deinen Rosen einen guten Umzug. Wenn du das mit dem Rohr nachbaust, achte aber darauf, dass es nicht zu tief geht. Also nicht tiefer als die Wurzellänge der Rosen.

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  7. Da sagst Du was - mit dem Düngen und nicht regelmäßig Gießen. Das hab' ich auch einmal gemacht. Nie wieder! ;-)
    Unsere Rosen werden an sich nie gedüngt, da wir hier viel organisches Material haben, da ist das überflüssig. Sie blühen trotzdem immer prächtig. Das ist mit dem Düngen so, wie wenn man einen Menschen überfüttern würde, das tut auch nicht gut. Es kommt eben auf den Boden und seine obere Schicht, z.B. Mulch, drauf an.

    Über das Richtige Gießen habe ich auch vor einer Weile geschrieben

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2010/06/vom-richtigen-gieen.html

    In unserem Waldgarten gießen wir überhaupt kaum oder nur bei extremer Trockenheit, anders wäre es 1. zu teuer und 2. unökologisch.

    Bei Deiner Rose würde ich mir keine Gedanken machen, das wird schon. Es ist schließlich wieder kühler geworden. Einige haben auch bei mir noch Knospen. Das dauert noch ein wenig.

    Liebe Grüße
    Sara

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    1. Hallo Sara,

      da fällt mir ein Zitat ein, was ganz gut passt:


      "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."

      (Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus, schweizer Arzt, Naturforscher und Philosoph 1493 - 1541)

      Bei deinen Rosen hast du natürlich den Vorteil, wie du es ja schon selbst beschreibst, dass genug organisches Material vorhanden ist. Bei mir stecken alle in Töpfen. Da muss ich schon mal was nachhelfen.

      Düngen werde ich aber auch nur einmal in diesem Jahr. Bei Neupflanzungen wie es bei mir der Fall ist sollte man das im Juni machen.

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  8. danke für deine tipps!!! tolle bilder!!! alles liebe

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    1. Hey Stricksonne,

      wenn ich damit einige Blumenleben retten kann, bin ich zufrieden ;)

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  9. Deine Rosen sehen wirklich schön aus. Danke für die tollen Tipps, die werde ich zuhause gleich mal ausprobieren! Vielleicht hast du ja Lust, deine Tipps auch mal auf dem Gärtner- und Heimwerkerportal www.mach-mal.de zu veröffentlichen? Ich bin dort Administratorin und würde mich freuen.

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    1. Hallo Leonie,

      dann hoffe ich mal, dass meine Tipps deinen Blumen auch gut tun. ;)

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  10. Anonym19:12

    Hallo, habe erste mal rosenstöcke eingepflanzt, hab keinen grünen daumen, wie oft soll man giessen ?? Momentan sind auf einer ameisen drauf wie bekomm ich die weg

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