Mittwoch, 21. März 2012

Anleitung: Wurzelnackte Rosen in Pflanztöpfe pflanzen


Nicht optimal: Claude Monet hat bereits kleine Jungtriebe

Mit meiner Blumenlieferung am vergangenen Freitag kam auch eine meiner vier Rosen für den Rosenbalkon mit: Claude Monet.

Und da der Herr als wurzelnackte Rose bei mir eintraf, musste die Rose zuerst in ein Wasserbad. Doch wieso macht man das eigentlich?

Seepferdchen für Rosen
Claude Monet im Wasser
Wurzelnackte Rosen liegen im Winter in riesigen Kühlräumen. Dabei verlieren sie jedoch Feuchtigkeit. Das ausgiebige Wasserbad sorgt dafür, dass die Triebzellen der Rose ihren Wasservorrat wieder erhöhen. Die Angaben, wie lange eine Rose dabei komplett im Wasser liegen soll, gehen etwas auseinander. Rosenzüchter schlagen mindestens zwölf Stunden vor. Ideal sind ca. 24 Stunden.

Und während Claude Monet noch in einem großen Tongefäß vor sich hin blubbert, präpariere ich sein neues Zuhause: einen 55 cm hohen Pflanztopf. Von der Höhe ist er her genau richtig. Und von der Form her ebenfalls: Denn man kann Rosen in zylinderförmigen Gefäßen selbst nach Jahren wesentlich leichter umtopfen.


Drei Abflusslöcher 
An dieser Stelle noch ein Tipp, bei Luise von Balkonrosen mal vorbei zu schauen. Hier wohnen Rosen in einem großen Kübel. Dass dies auch gelungen ist, zeigen jede Menge Beweisfotos.

Pflanzgefäße präparieren
Da Rosen Staunässe nicht vertragen, bohre ich drei Abzugslöcher in meinen Pflanztopf. Vorbildlich wurden bereits drei kleine Vertiefungen im Boden bei der Herstellung hinterlassen, damit man leichter bohren kann und genau zwischen den Topffüßen die Löcher macht.

Tipp: Es wäre kontraproduktiv, wenn die Pflanztöpfe nun auf Untersetzer stehen. Denn dann würden die Rosen nach dem Gießen entsprechend im Wasser stehen. Sollten die Pflanztöpfe keine Füße haben, kann man sich ganz leicht welche selbst basteln. Dazu nimmt man einfach Korken, halbiert diese (Längsseite) und legt sie unter die Pflanzgefäße. Dabei liegt die flache Seite der Korken auf dem Boden.

Blähton und Gartenvlies
Um für ideale Bedingungen im Pflanztopf zu sorgen, kommt etwas Blähton auf den Boden (ca. 15 cm hoch) und darüber ein wasserdurchlässiges Gartenvlies. So baue ich einfach eine ordentliche Dränage, um Staunässe zu vermieden.

Einmal schneiden, bitte
Über Nacht hat Claude Monet sein Seepferdchen gemacht und darf nun wieder auftauchen. Jetzt ist es an der Zeit, die Haupttriebe zu kürzen. Diese schneide ich auf empfohlene 10 bis 15 cm zurück.

Triebe werden gekürzt
Hinweis: Claude Monet hat schon ausgetrieben und besitzt somit kleine Jungtriebe. Das ist alles andere als optimal. Denn eine wurzelnackte Rose dürfte solche Triebe nicht haben. Dies ist ein Hinweis, dass die Rose nach ihrem Kälteschlaf zu lange im Lager war. Rosen mit solchen Jungtrieben haben es in der Regel schwer, anzuwachsen. Ich bin gespannt, wie es bei Claude sein wird.

Auch die dicken Hauptwurzeln schneide ich etwas – jedoch nur einen Zentimeter.

Ab in die Erde
 Die Veredlungsstelle sollte 5 cm tief im Boden sein
Jetzt ist es an der Zeit, Claude endlich in sein neues Zuhause einziehen zu lassen. Wichtig dabei ist, dass die Veredlungsstelle – das ist dieser dicke Knubbel an der Rose – fünf Zentimeter unter der Erde ist. Dazu muss man wissen, dass Gartenrosen sozusagen auf einer Wildlingsunterlage sitzen. Entsprechend kommt es auch immer wieder vor, dass diese Wildrose austreibt. Diese Triebe sollten entfernt werden, da sie der eigentlichen Rose jede Menge Kraft und Nährstoffe kosten.

Wichtig: Niemals Dünger mit in das Pflanzloch geben!

Da ich die Veredlungsstelle fünf Zentimeter unter die Erde setze, sorge ich dafür, dass die Rose erst gar keine Lust verspürt, Wildtriebe zu bilden. Außerdem ist die Veredlungsstelle so auch gegen Kälteeinflüsse wesentlich besser geschützt.

Schlammbad
Angehäufelte Rose
Claude muss sich wie in einem Wellness-Hotel fühlen. Erst durfte er ausgiebig schwimmen, und nun bekommt er noch ein Schlammbad verpasst. Mit anderen Worten: Es ist an der Zeit, ordentlich zu wässern. So sorge ich dafür, dass sich die Erde verdichtet und Hohlräume zwischen Wurzelwerk und Erde geschlossen werden. Ich merke, dass nach dem Gießen die Erde tatsächlich um wenige Zentimeter absackt. Außerdem fließt das Wasser unten aus dem Pflanztopf wieder raus. Ein gutes Zeichen, weil man so erkennt, dass die Abzugslöcher in Ordnung sind.

Ein Kleid aus Erde
Am Ende häufelt man noch Erde um die Triebe. So hoch, dass nur noch die Spitzen rausschauen. So schütze ich die Rosentriebe vor Hitze, Wind und Kälte. Nach rund sechs bis acht Wochen kann allerdings wieder abgehäufelt werden.

Rosenbegleiter
Claude Monet und Viola "Columbine"
Für Claude habe ich als Rosenbegleiter die winterharte Staude Viola „Columbine“ ausgesucht. Zwei Pflänzchen kommen zu Claude in den Pflanztopf.

Tipp: Damit sich die Rosenwurzeln und die Wurzeln der Begleiter nicht zu sehr in die Quere kommen, können die Begleiter mit Töpfchen eingepflanzt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass man die Begleiter schnell wieder aus dem großen Rosenpflanztopf rausnehmen kann.

Hinweis: Ich habe zwar meine Rose in einen Pflanztopf gesetzt, dennoch gilt die Pflanzanleitung ebenso für eine Anpflanzung im Garten. Hier wird natürlich auf Blähton und Gartenvlies verzichtet. Wichtig ist allerdings auch die Tiefe des Pflanzlochs von rund 40 cm. Man sollte den Boden um das Loch schön lockern. Pflanzt man Containerrosen an, wird die Rose samt Wurzelballen in einen Eimer Wasser gestellt, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Das dauert meistens nicht länger als 40 Sekunden.

Kommentare:

  1. Hallo, ich habe gerade ganz interessiert deinen Post über die Planzung deiner neuen Rose auf der Terasse gelesen. Ich habe mir eine gelbe Kletterrose gekauft, leider ganz blauäugig wie ich zugeben muss und nun bin ich auf der Suche nach dem Idealen Topf zum Einpflanzen. Darf ich die Rose auch alleine pflanzen, da ich nur 1 Stk gekauft habe oder sollte ich lieber noch welche dazu kaufen und in einen länglichen Trog mit Klettergerüst pflanzen? Vielleicht könntest du einem Terassen-Neuling wie mir mit ein paar Tips weiterhelfen ;).

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    1. Hallo, du Terrassen-Neuling,

      zum Pflanzgefäß kann ich dir raten, nur welche zu kaufen, die mindestens 40 cm Tief sind.

      Rosen sind Tiefwurzler und brauchen daher nach unten sehr viel Platz.

      Und wenn du nun bedenkst, dass die Veredlungsstelle 5 cm tief in die Erde muss, und du noch einen Gießrand von 3 cm lässt, bleiben von 40 cm Tiefe auch nur noch 32 cm übrig.

      Meine Pflanztöpfe sind 55 cm tief und ich habe sie vor Wochen aus dem Lidl geholt. Mit 13,99 Euro wirklich sehr günstig. Im Online-Shop von Lidl sind die Pflanztöpfe mittlerweile auch ausverkauft.

      Ich würde an deiner Stelle erstmal mit deiner Kletterrose anfangen, bevor du dir noch mehr dazu kaufst. Und da sie klettert, würde ich dir schon empfehlen, eine kleine Rankhilfe mit in den Topf zu stecken. Je nach Größe des Gefäßes (also Durchmesser oder Breite und Länge) kannst du vorerst noch Rosenbegleiter dazu setzen.

      Solltest du dich jedoch dazu entscheiden, noch weitere Rosen dazu zu pflanzen, achte auch auf einen Pflanzabstand zwischen den einzelnen Rosen.

      Bedenke bei ganz großen Kübeln aber, dass diese sehr schwer sind, wenn die erst mal mit Erde voll sind. Die bekommt man dann nicht mehr schnell von A nach B gestellt.

      Wichtig ist, wenn du deine Rankhilfe in den Topf steckst, dass du genug Abstand zur Wand hast. Ist die Rose zu nahe an der Wand, kommt es zu einem Hitzestau, was die Rose nicht verträgt.

      Du weißt nicht zufällig den Namen deiner gelben Rose? Mir fällt nur "Graham Thomas" ein. Das ist eine gelbe, englische Rose und sehr gut geeignet für die Kübelkultur. Sie ist aber keine Kletterrose, sondern eine Strauchrose und wird ca. 1,20 hoch.

      Ich hoffe, ich konnte dir soweit helfen.

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  2. Rosen pflanzen, wunderbar! :) Ich hoffe, der Claude wächst gut an. Die Idee ist übrigens super, die Stauden in den Töpfen zu lassen. Ich werd am Wochenende den Storchschnabel aus dem großen Rosenkübel entfernen, der ist mir viel zu wuchtig geworden. Und dann werd ich mir vermutlich doch noch EINE neue Rose gönnen.

    Und vielen Dank für den Besuchstipp!

    LG Luise

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    1. Hallo Luise,

      zumindest macht der Herr gerade einen sehr guten Eindruck. Nahezu schon übermotiviert.

      Storchenschnabel habe ich letztens auch noch gesehen und fast gekauft. Finde ihn sehr hübsch.

      Du kaufst dir noch eine Rose? Moment, du hast doch mal geschrieben, dass du die Madame Boll so toll findest. Wirst du sie dir jetzt kaufen?

      Oder gehst du in eine ganz andere Richtung?

      Ich habe bei meinen Recherchen auch noch weitere Rosen gefunden, die sich hervorragend für die Kultur im Kübel/Pflanzgefäß eignen. Unter anderem:

      Louise Odier (Alte Rose, rosa - über die haben wir auch schon mal geschrieben)

      Leonardo da Vinci (Nostalgierose, rosa)

      Eden Rose '85 (Nostalgierose, rosa)

      Nostalgie (Edelrose, rot/weiß)

      Ambiente (Edelrose, cremeweiß)

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  3. Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich mir auch wurzelnackte Rosen schicken lassen (http://nervenruh.blogspot.de/2010/10/wurzelnackte-rosen.html). Ich habe sie jedoch im Herbst und ins Freiland gepflanzt. Sie sind im ersten Sommer sehr gut gewachsen. Bin gespannt, wie sie sich nach dem vergangenenen, extrem kalten Winter, weiter entwickeln werden.
    Deine Rosen in Töpfe gepflanzt müssten sich bei entsprechender Pflege auch gut entwickeln können. Bin schon gespannt, wie's weitergeht und werde Dein Blog aufmerksam verfolgen...

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    1. Hallo Nervenruh,

      die Graciosa ist doch eine Kletterrose, oder? Zumindest sieht sie auch sehr schön aus. Dieses zarte Rosa gefällt mir.

      Ich bin im Moment eigentlich sehr optimistisch (mehr als am Anfang), dass es was wird mit meinen Rosen. Ich kann ja quasi für alle Bedingungen selbst sorgen: von Licht, über Boden bishin zum Standort. Selbst im Winter kann ich die Rosen samt Pflanztöpfe reinstellen. Das alles sollte doch eigentlich ein Vorteil sein, den nur Pflanztöpfe haben.

      Ich hoffe, dass deine Graciosa den Winter gut überstanden hat.

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  4. Das sieht gut aus... Ich hatte eine Rose in der Stadt jahrelang im Kübel. Sie blühte ganz gut. Jetzt ist sie im Boden und natürlich blüht und wächst sie da ganz anders.
    Ich bin schon gespannt auf Deine Sommerbilder!
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      wenn deine Rose selbst einen Umzug überstanden hat und schließlich noch aus dem Kübel ins Freiland gesetzt wurde, ohne dass sie eingegangen ist, hoffe ich doch, dass meine Rosen sich auch - trotz beengten Verhältnissen - sehr wohl fühlen werden.

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  5. Das ist ja eine super Anleitung für die Pflanzung von Rosen in Töpfen. Ich hatte meine im Garten und muss sagen, dass sie dort nicht besonders gut gewachsen sind. Der Standort und die Bodenverhältnisse waren nicht optimal.

    lg kathrin

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    1. Hi Kathrin,

      eventuell versuchst du es auch mal mit einem Pflanztopf. So kannst du die Verhältnissen im Garten "austricksen".

      Ich kann aber auch verstehen, wenn du vorerst auf Rosen verzichten würdest, weil es doch sehr schade ist, wenn die nicht so wachsen wie sie eigentlich sollen.

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  6. Zwar hatte ich bisher nicht vor, Rosen zu pflanzen, aber deinen Artikel finde ich spitze! Soviel detailgenaue Info, und alles aus eigenem Erleben - dagegen können sich die unzähligen "SEO-Blogger", die lediglich Füllwörter um Keywords herum anordnen, so richtig wegschmeissen! (Ich gehe grade meine Kommentare durch und sehe, was sich da alles so verlinkt hat... deshalb meine Freude, hier "was Richtiges" anzutreffen! :-)

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    1. Hallo Claudia,

      vielen dank für deine lobenden Worte. Die freuen mich wirklich sehr. Ich muss auch gestehen, dass es mir riesigen Spaß macht, hier zu berichten.

      Eventuell kann ich ja den ein oder anderen davon überzeugen, auch ein wenig zu gärtnern.

      Oder vielleicht hab ich dich auch überzeugt, nun auch mal Rosen anzupflanzen :)

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  7. Eine richtig gute Anleitung bekommen wir da von dir geliefert.
    Bei deiner sorgfältigen und gewissenhaften Rosenpflanzung ist der Erfolg bestimmt schon vorprogrammiert.
    Ich bin schon sehr gespannt auf die ersten Sommerbilder.
    LG Anette

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    1. Hallo Anette,

      ich hoffe auch sehr, dass ich soweit alles so gut mache, dass sich die Rosen (drei kommen ja noch) sehr wohlfühlen werden.

      Eventuell kommen die anderen ja so viel später, dass ich anhand von Claude sehen kann, ob alles optimal verläuft oder nicht. Entsprechend kann ich dann reagieren und es bei den anderen drei Rosen anders machen.

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  8. Da hast Du Dir eine wunderschöne Malerrose auf Deine Terrasse geholt.
    Ich persönlich bestelle zwar keine Blumen übers www, aber Du hast recht, es ist recht einfach.
    Ich habe zu meinen Großgärtnern nicht allzu weit und
    bekomme da Rosen, die in ähnlichen Verhältnissen gezogen wurden,
    wie mein Garten sie birgt (leider Feuchtklimazone, nicht rosenfreundlich und auch die Rosen selber sind schon krank, wenn man sie zu kaufen bekommt...aber was nutzt mir eine gesunde Rose, die dann auch in meinem Garten krank wird....).
    Wobei die Rosen immer noch besser in Töpfen als in den Beeten gedeihen..zumindest die meisten.

    Apropos Gedeihen...wünsche ein gute Gedeihen Deiner Malerrose!
    Liebe Grüße von Luna

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    1. Hallo Luna,

      was du da schreibst bzgl. der Verhältnisse stimmt genau.

      Es ist wirklich ein Vorteil, wenn man "nebenan" einen Gärtner hat. Denn diese Pflanzen sind an die Bedingungen in der Umgebung gewöhnt und müssen sich nicht umstellen.

      Ich hoffe auch, dass sich bei mir die Malerrose und auch die anderen drei Rosen wohlfühlen werden und gut gedeihen.

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  9. Die Informationen über die Kübelbepflanzung der Rosen sind sehr interessant. Ich habe einen Rosengarten, aber ich werde in diesem Jahr auch Rosen in Kübeln verpflanzen.

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    1. Hi,

      dann hoffe ich mal, dass dir meine Anleitung etwas bringt und wünsche dir gutes Gelingen mit den Rosen in den Kübeln.

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