Montag, 30. Januar 2012

Pflanzringe richtig setzen

Abmessung meiner Kübel: 50 cm lang, 40 cm breit und 28 cm hoch

Ich hatte Glück: Meine Pflanzring-Mauer habe ich fertig vorgefunden. Für alle, die mit dem Gedanken spielen, selbst einige Pflanzringe (mehr als ein bis zwei Reihen übereinander) zu platzieren, habe ich eine kleine Bauanleitung erstellt. Vorab gibt es noch einige allgemeine Informationen.


Warum Pflanzringe?
In erster Linie sind Pflanzringe (auch Böschungsringe genannt) eine hervorragende Hangbefestigung. Denn zwei Vorteile liegen auf der Hand:

1. Man sorgt dafür, dass der Hang befestigt wird und beispielsweise Regen das Erdreich nicht weggespült.

2. Die später bepflanzen Pflanzringe sehen sehr dekorativ aus. Schöner als eine langweilige, graue Mauer sind sie allemal. Hobbygärtner fassen auch Rasen oder Beete gerne mit Pflanzringen ein. Andere wiederum nutzen sie auch, um ausgefallene Arrangements zu erstellen oder Höhenunterschiede auszugleichen.

Pflanzringe sind witterungs- und frostbeständig. Sie bestehen aus Beton mit rauer oder strukturierter Oberfläche.


Formen, Farben, Maße, Gewicht und Preis
Pflanzenringe sind kreisrund, haben jedoch an einer Seite eine Einbuchtung (konische Pflanzringe). Die Einbuchtung wird auch als Verbundkehle bezeichnet.

Pflanzsteine gibt es in einer Vielzahl an Formen: Vierecke, Rechecke, ungleichmäßige Mehrecke, oval, komplett rund und so weiter.

Die gängigsten Farben sind Grautöne und Terrakotta. Ansonsten wird die Farbpalette jedes Jahr erweitert und reicht bereits von Anthrazit über Bordeaux bis Rotbraun.

Pflanzringe gibt es in verschiedenen Maßen. Die Hersteller erweitern die Auswahl immer wieder. Hier nur einige Beispiele (Länge/Durchmesser, Breite und Höhe in Zentimeter):

40 x 35 x 25 (A)
50 x 40 x 30 (B)
60 x 48 x 40 (C)

Was man absolut nicht unterschätzen sollte, ist das Gewicht. Für die oben aufgeführte Sorte A sollte man mit rund 40 Kilogramm rechnen – leer, versteht sich. Bei kleinen Pflanzringen muss man nur zehn bis fünfzehn Kilos schleppen können. Ganz dicke Dinger wie die oben aufgeführte Sorte C kratzen auch an der 100 Kilogrammmarke.

Abschließend noch was zu den Preisen:

Kategorie A: ca. 2,80 Euro pro Stück
Kategorie B: ca. 3,10 Euro pro Stück
Kategorie C: ca. 6,30 Euro pro Stück

Die Preise verstehen sich hier als Richtwerte und können je nach Anbieter, Angebot und Ausführung teurer oder billiger sein.


Ab einer bestimmten Höhe ist ein Fundament erforderlich
Materialcheck
Wer mehr als zwei Reihen Pflanzringe übereinander bauen möchte, sollte nicht nur ein paar Stunden Arbeitszeit einkalkulieren, sondern gut vorbereitet sein. Denn ab einer bestimmten Höhe ist es erforderlich, die Hangbefestigung aus Pflanzringen auf ein Fundament zu setzen. Denn was bringt es, einen Hang abzusichern, wenn die Absicherung selbst in sich zusammenfallen kann?

Folgendes Materialien und Werkzeuge werden dafür benötigt:

Pflanzringe, Beton, Kies, Gartenerde, Wasser, Schnur, Gummihammer (oder Hammer mit einem Stück Holz), Zollstock, Wasserwaage, Grabwerkzeuge, Eisenstangen oder Stöcke, Kelle, Stampfer (oder großer Vorschlaghammer)


Setzen der Pflanzringe
Soll die Hangbefestigung (oder auch Mauer) aus drei Reihen oder mehr übereinander aufgeschichteten Pflanzringen bestehen, wird ein Fundament benötigt.

Bei bis zu zwei Reihen übereinander reicht es absolut, die Pflanzringe auf eine 20 cm dicke verdichtete (also festgestampfte) Kiesschicht zu setzen.

Für alle anderen Bauten benötigt der Hobbygärtner ein Fundament von mindestens 40 cm Tiefe. Bei Bauten von mehr als 80 cm Höhe sollte ein Fundament von 80 cm errichtet werden.
Kies sorgt für Stabilität und Frostschutz

Mit den Stöcken oder Eisenstangen und der Schnur steckt man den Raum ab, wo die erste Reihe Pflanzringe gesetzt werden soll. In der Breite der verwendeten Pflanzringe und je nach Höhe der Hangbefestigung beziehungsweise Mauer muss nun ein 40 cm bis 80 cm tiefer Graben ausgehoben werden.

Ist dies vollbracht, wird dieser 30 cm mit Kies gefüllt. Der Kies wird nun festgestampft. Danach wird nochmals Kies nachgeschüttet und festgestampft, dass noch ein rund 20 cm tiefer Graben zu sehen ist.

Nun kommt der Beton zum Einsatz. Bei einer Mauerhöhe von bis zu einem Meter sollte die Betonschicht 10 cm betragen. Ab einem Meter Mauerhöhe ist eine Betonschicht von 20 cm ratsam.

Wichtig: Nie zu viel Beton einfüllen, dass man nicht mehr mit dem Pflanzring-Setzen nachkommt und der Beton trocken ist!

Jetzt werden die Pflanzringe auf den feuchten Beton platziert.

Wichtig: Egal, ob man die Pflanzringe von links nach rechts oder von rechts nach links nacheinander setzt - zu beachten ist, dass die Verbundkehle (Einbuchtung) des ersten Pflanzrings nach außen zeigt.


0,5 cm breite Fugen sind zwischen den Pflanzringen

Per Hammer und Wasserwaage sorgt man für ein waagerechtes Ergebnis. So wird nun Pflanzring für Pflanzring der ersten Reihe auf den Beton gesetzt.

Wichtig: Dabei wird zwischen den Pflanzringen stets eine Fuge von einem halben Zentimeter gelassen.

Steht die untere Reihe, füllt man die Pflanzringe zu einem Drittel mit Kies. Auch den Hohlraum zwischen der ersten Pflanzringreihe und dem Hang füllt man mit Kies, der festgestampft werden muss, bis er an den Rand der Pflanzringe reicht. Nun wird die zweite Reihe Pflanzringe leicht versetzt auf die unteren Pflanzringe und dem Kies platziert. Der nun entstandene Hohlraum zwischen Hang und zweiter Reihe wird mit Erde oder wieder mit Kies gefüllt (Kies ist der bessere Frostschutz). Und schon ist die dritte Reihe dran, dann die vierte Reihe und so weiter.

Bepflanzung
Letztendlich füllt der Hobbygärtner nun alle Pflanzenringe noch mit Erde und kann diese nach Lust und Laune bepflanzen.

Kommentare:

  1. Danke für den netten Kommentar auf meinem Blog.

    Liebe Grüße Eva!

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  2. @ Eva:

    Sehr gerne doch. Ich hoffe, du findest hier auch den ein oder anderen interessanten Beitrag.

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  3. Hi und vielen Dank für deine Kommetare auf meinem Blog!

    Eine Idee hätte ich für deine Betonklötzchen vielleicht noch (so von absolutem Anfänger zu absolutem Anfänger ;) ). Wie wär's mit Wald/Monatserdbeeren. Soweit ich bis jetzt gelesen habe sind die nicht sehr anspruchsvoll was die Lichtverhältnisse angeht und ich persönlich finde Erdbeeren immer gut, könnte allerdings auch so eine Frauensache sein...

    Ich werd auf jeden Fall dein Projekt weiterverfolgen, bin gespannt wie es im Sommer dann mal ausschaut.

    LG

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  4. Hallo Balkonneuling,

    wir Anfänger müssen doch zusammenhalten. Außerdem haben wir eventuell mit all unseren Projekten auch das berühmte Anfängerglück.

    Erdbeeren sind absolut keine Frauensache. Und die Idee ist auch super! Diese Walderdbeeren sind doch diese ganz kleinen, zuckersüßen Erdbeeren, oder?

    Ich erinnere mich da an meine Kindheit. Meine Oma hatte davon welche im Garten. Wahrscheinlich haben die sich wild angepflanzt. Wie auch immer: die waren sehr köstlich.

    Wenn es im Sommer immer noch so ausschaut wie jetzt auf den Bildern, ist wohl einiges schiefgegangen.

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    1. Ja genau, die Erdbeeren mein ich, in der Samenabteilung nannten sie sich Monatserdbeeren. (Sind auch schon Teil meines ersten Aussaatprojektes, war ein bisschen ungeduldig)
      Bei meiner Schwiegermutter verbreiten die sich im Garten auch ordentlich, deshalb denk ich mal, dass die auch mit deinen Kübeln klar kämen...

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    2. Also wenn ich damit einige der 82 Kübel (immer wenn ich diese Anzahl der Kübel sehe, bekomme ich Angst) bepflanze, und es dann nichts wird, mache ich Fotos davon und schreibe dazu, dass es deine Idee war ;) *g

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  5. Hallo,
    diese Pflanzringe sind mir schon öfter aufgefallen. Allerdings eher negativ. Es scheint sehr schwierig zu sein diese Betontröge dauerhaft und schön zu bepflanzen. Auf den Terrassen meiner Nachbarn, die sich für ein solches Befestigungssystem entschieden haben, vertrocknen die Pflanzen regelmäßig, weil die Ringe in der Sonne sehr heiß werden.Übrig bleibt unansehnliches Unkraut.
    Hast du bei der Bepflanzung Erfahrung gesammelt oder Tipps zur Pflege?
    LG Anette

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  6. Hallo Anette,

    genau das ist mein Problem, was ich mit diesem Blog lösen möchte. Ich habe quasi kaum Erfahrung bzgl. des Gärtnerns und schon gar nicht mit diesen Pflanzringen.

    Das, was du da bzgl. deiner Nachbarn schreibst, macht mir nun wenig Hoffnung. Wobei ich denke, dass es bei mir eher zu feucht und dunkel ist. Ok, im Hochsommer kann der Standort der Hangbefestigung aus 82 Pflanzringen wie es bei mir ist ein Vorteil sein. Zumindest in der Theorie.


    Schau mal dieses Foto an. Da sieht du den Standort am besten:

    http://2.bp.blogspot.com/-Tt-QCPjIqbE/TyAknNavtvI/AAAAAAAAADM/0iFQw-dUGsc/s1600/Balkon+und+Terrasse+seitlich.jpg

    Auf der einen Seite spendet die Hauswand Schatten. Auf der anderen Seite sind die Pflanzringe einseitig komplett im kühlenden Erdreich. Und oben drüber ist dann noch der Boden meines Balkons.

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  7. Ich bin schon sehr gespannt, wie Du sie bepflanzen wirst. Eigentlich mag ich die Dinger nicht so gerne, aber wenn sie schon mal da sind, muß man wohl das beste daraus machen...
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      ich bin da wohl noch gespannter als du.

      Die "Dinger" waren hier wohl die einzige Möglichkeit, statt einer Mauer, das Erdreich halbwegs hübsch zurück zu halten. Ohne eine derartige Böschungsbefestigung würde ich wohl nach jedem Regen dort unten den Matsch zurück schaufeln müssen.

      Bei so heftigem Regen wie in den letzten Wochen wäre die Böschung ansonsten komplett weggespült worden.

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  8. Zweiter Versuch:
    Danke für deinen netten Kommentar auf meiner Seite.Ich kenne das Problem,einen Hang davon abzuhalten wegzurutschen. Und da sucht man nach Lösungen, die möglichst preiswert sind. Da in meiner Wohnumgebung abrutschende Hänge das Problem der meisten Nachbarn sind, haben sehr viele es mit Betonpflanzringen versucht, sie sind sicher praktisch, aber ich suche immer noch vergeblich unter diesen Pflanzbeispiele, die ich auch ästhetisch ansprechend finde. Wir versuchen unseren Hang am Abrutschen durch das Anpflanzen bestimmer Gehölze daran zu hindern, was bisher weitgehend gelungen ist.
    Du fragst nach Tipps für eine Bepflanzung. Ich glaube , da würde ich mich auch her nach hängenden strauchartigen Gewächsen umsehen, die ganz schnell die starre Geometrie der Pflanzkübel auflösen, bzw. überdecken. Und wenn du schreibst, dass es sehr heiß wird und trocken, dann ist das doch ideal für alle Sorten von Kräutern, wenn du die Erde entsprechend sandig, kiesig , mager mischt. Ich denke da an die verschiedenen Thymiane, evtl. auch Rosmarine (gibt es auch kriechend, hängend),an Salbeisorten und Artemisia. Zwergmandeln könnte ich mir da auch vorstellen.
    LG
    Sisah

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    1. Hallo Sisah,

      ich hoffe, du hattest keine Probleme hier mit dem Kommentieren, weil du von "zweiter Versuch" schreibst. Und eben habe ich auch eine Kommentarleiche von dir hier noch gefunden.

      Also die Sache mit dem Standort ist anders. Dieser heiße Standort ist bei den Nachbarn von Anette. Bei mir ist es eher genau umgekehrt. Zumindet glaube ich das. Siehe Antwort von mir auf den Post von Anette etwas weiter oben.

      Gerade ist es auch so: 13 Uhr, die Sonne strahlt hell und freundlich (bei gefühlten minus 20 Grad), aber die Terrasse wird nicht mal von Sonnenstrahlen halbwegs berührt.

      Deine Vorschläge gehen so in die Richtung, wie es sich hier einige Leser - und ich mir mittlerweile auch - vorstellen. So unter dem Motto:

      Alles, was rankt oder strauchartig ist, um so viel von dem Beton-Pflanzringen zu überwuchern und zu bedecken, ist geeignet.

      Zwergmandeln gefallen mir auch. Schöner Tipp!

      Das generelle Problem (was ich zumindest sehe), neben dem Standort:

      Die unteren Kübelreihen bieten kaum Platz. Ob sich da Pflanzen richtig schön entfalten können, wird sich zeigen. Andererseits bin ich aber auch froh, dass die Pflanzringe nicht alle komplett offen sind ("nur" 20), denn 82 von diesen Dingern zu bepflanze ist für mich eine Lebensaufgabe.

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  9. Eine ausführliche Beschreibung und Anleitung wie man Pflanzringe richtig setzt. Ich habe mir dieses Blog einmal als Favorit abgelegt und bin schon gespannt auf die weiteren Tipps die noch kommen werden.

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  10. Hallo Wachstuchanke,

    danke für das Lob. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft viele Artikel schreiben werde, die informativ sind.

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  11. Geeignet sind viele Steingewächsarten. Die weiße Schleifenblume; Moossteinbrecharten in rot, rosa, weiß; gelbes Alyssum, Porzellanblümchen wachsen und blühen auch noch im lichten Schatten, benötigen wenig Erde (Alyssum kannst du direkt säen - wächst willig an), bilden Polster und überdecken manch tristen Ort.
    Die Idee mit den Monatserdbeeren finde ich gut. Die Blätter eignen sich zudem als Tee und was zu viel wuchert, wird rausgerupft. Falls kahle Stellen entstehen sollten, hast du immer genügend Ableger.

    Viele Grüße

    Carola

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    1. Hallo Carola,

      ich arbeite auch schon mit Hochdruck an den Plänen für die Bepflanzung. Im Moment überschneidet sich alles etwas. Aber ich denke, in zwei Wochen kann ich alles präsentieren. Ein Farbschema habe ich bereits auch erstellt.

      Danke auch für deine Tipps. Porzellanblümchen stehen übrigen auch schon auf meiner Liste. Aber nicht nur für die Terrasse.

      Ob die Erdbeeren es noch in die Pflanzringe schaffen, weiß ich nicht. Die Sache wird echt ganz schön teuer im Moment.

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